Der Umgang mit negativen Gefühlen

Diese Wut, wenn du dich nicht gehört fühlst…

Kennst du das auch?
Der andere hat seine Meinung und du hast deine, die du natürlich völlig überzeugend als die einzig richtige empfindest. Könntest du da manchmal auch „aus der Haut fahren“? Besonders, wenn du das Gefühl hast, wenn der andere deine Meinung gar nicht hören will?
Anlässe gibt es dazu heutzutage ja mehr als genug.
Sei es politisch, privat oder beruflich.

Andere Meinungen

Wenn z.B. jemand die Meinung vertritt, dass man ja schließlich nur einmal lebe und es damit auch „egal“ sei, ob man nun an einem Virus stirbt oder an etwas anderem, sterben werde man ja „so oder so“, dann kann daraus schon einmal ein kräftiger Streit entstehen. Auch innerhalb der Partnerschaft oder der Familie.
Oder im Beruf, wenn man anderer Meinung ist als der Chef und „weiß“, das die Chef-Entscheidung falsch ist und meint, dass nur die eigene Strategie bzw. für die Firma gut ist und nichts anderes…

Was ist da los?

Wenn wir uns aufregen, regen wir uns zuallerst über uns selbst auf. Das sagt ja schon der Ausdruck „sich aufregen“.
Ein „Knopf“ ist gedrückt und unser „Programm“ spielt sich automatisch ab. Wir empfinden einen Konflikt. Und das, was wir am Verhalten des anderen so „doof“ finden und was uns so aufregt, ist im Prinzip der Spiegel für uns selbst. Am meisten regen wir uns nämlich über Dinge auf, die wir an uns selbst am wenigsten mögen.

Was geht da vor?

Wir alle sind in unserer Kindheit geprägt worden. Zum Beispiel denken manche Menschen, dass sie nicht ernst genommen werden, wenn sie nicht laut genug sind. Zum Beispiel in einer Situation an einem Flughafen an einem Schalter, wenn durch Flugannulierung eine Reise umgebucht werden muss, aber auch noch viele andere Betroffen vor einem in der Schlange stehen. Ausgelöst durch ein bestimmtes Ereignis (die Stornierung des Anschlussfluges) nehmen Menschen negative Gefühle wahr wie z.B. Wut, Ärger, Zorn …, hier wahrscheinlich am ehesten Wut. Nur nicht bewusst. So projizieren Sie das negative Gefühl, hier die Wut, über die Stornierung und den damit verbundenen Aufwand, sich um die Weiterreise selbst kümmern zu müssen, auf das Verhalten der anderen Person oder auf die andere Person im Ganzen, z. B. „Das musste mir ja wieder passieren, immer mit Ihrer Airline“, und das antrainierte Muster spielt sich ganz automatisch ab. Das Grummeln im Bauch steigt, der Druck auf der Brust wächst, die Stimme wird lauter, die Gestik angespannt… aber: STOP!

„Wer wird denn gleich in die Luft gehen?“

Kennt noch jemand die (Zigaretten-)Werbespots aus den 60er/70er Jahren mit dem HB-Männchen „Bruno“, das durch eigene Ungeschicklichkeiten die „Ärger-Leiter“ immer hoch krabbelte, bis dann die HB-Zigarette mit dem Spruch „Wer wird denn gleich in die Luft gehen“ dazwischen kam und das Negativ-Muster unterbrach? Bereits mit dem ersten Zug der Zigarette schwebte das Männchen dann entspannt wieder auf den Boden …

Wie geht das?

Das geht auch ohne zum Raucher werden zu müssen.
Wie? Indem du dich stoppst.
Klingt vielleicht anfangs schwer, ist aber ganz einfach, vor allem, wenn man es regelmäßig übt.

Auf die Übung kommt es an.

  1. Schritt: Bewusstsein
    Sei dir deiner selbst bewusst. Was passiert gerade? Was läuft ab? Ist das „Realität“ oder sind es „nur“ deine Gedanken?
  2. Schritt: Nachdem du wahrgenommen hast, was gerade „los“ ist, ändere deine Perspektive. Geh „einen Schritt zurück“ oder „schwebe und schau von oben“ auf die Situation. Schon hier ist bereits meist ein (deutlicher) Rückgang in der Wahrnehmung des negativen Gefühls zu spüren.
  3. Schritt: Überlege dir neue Optionen. Wie könntest du reagieren? Könntest du ruhiger und dafür verständlicher reagieren oder die andere Person auch würdigen, indem du z.B. sagst „Ich denke, dass ist für uns beide jetzt keine angenehme Situation und bin unheimlich sauer, vertraue aber darauf, dass Sie mir jetzt kompetent helfen.“

Und hier kommt eine kleine „Turbo-Meditation“:

Sobald du dir des negativen Gefühls bewusst wirst, sagst du dir
„Ich atme ein und nehme z.B. die Wut wahr.“
Und als nächstes „Ich atme aus und lächle der Wut zu.“

Was passiert? Indem du deine Gedanken anders lenkst, verändern sich auch deine körperlichen Signale. Probiere es einmal eine Weile aus.

Heißt das jetzt, dass man sich nie aufregen sollte/darf? Natürlich nicht. Wer immer seinen Ärger herunter schluckt und in sich hinein frisst, wird irgendwann krank oder kompensiert das mit anderen „Hilfsmitteln“. Sciherlich ist das auch eine Tyssache. Manch einer ist eben eher empfindlich, mancher hat „ein dickes Fell“.

Eine weitere Übung zum Schluss:
Es gab einmal ein Experiment mit drei Gruppen über einen gewissen Zeitraum. Die erste Gruppe schrieb pro Tag einfach irgendwelche Gedanken/Ereignisse auf, die zweite Gruppe negative und die dritte Gruppe positive.
Innerhalb weniger Wochen veränderte sich das Glücksempfinden der dritten Gruppe signifikant gegenüber den anderen Gruppen.

Es ist ganz leicht: Einfach abends drei positive Gedanken/Erlebnisse notieren!

Und falls diese Techniken dir nicht reichen, um deinen Zustand zu verändern, kannst du z.B. Podcasts hören (hier mein eigener Podcast – Your mindful heart), ein gutes Buch lesen, meinen Mindful-Weekly Newsletter abonnieren oder ein Mindful Coaching bei mir buchen 

Es ist alles da❣️

Viel Erfolg und viel Glück!
Und denk dran: Es ist alles da!🧡

Alles Liebe,
Deine Petra🧡

„Alles ist halb so gut und halb so schlimm, wie es sein könnte“.

John Steinbeck

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