Nutze Dein Gehirn für mehr Resilienz

Viele Menschen kommen in diesen Tagen an ihre Grenzen. Immer neue Schreckensmeldungen täglich in den Nachrichten, Lockdowns, die Infizierten-Zahlen verringern sollen. Immer neue Bestimmungen, wer wann wen wie oft und wie lange überhaupt noch sehen darf.  Wie soll man da „ruhig bleiben“…? Hier hilft es, Resilienz zu entwickeln. Denn je widerstandsfähiger wir sind, umso weniger können uns Dinge aus dem Außen „umhauen“.

Innen wie außen – was heißt das?

Bestimmt habt Ihr das schon einmal gehört. So wie Du Dich innen fühlst, so strahlst Du auch nach außen aus. Immer mehr Menschen fühlen sich in diesen Zeiten unfreiwillig auf sich zurück geworfen. Die Ablenkungen im Außen fallen weg bzw. sind nicht mehr da. Alles, was normalerweise unsere Aufmerksamkeit und Ablenkung auf sich zieht, wie z.B. Essen gehen, Freunde (mehr als eine Person) treffen, Kultur und Kunst genießen, Tanzen, Feiern, Sport mit Gleichgesinnten … all dies fällt nun weg und wir „dürfen“ oder müssen“(?) uns aushalten. Nun sind manche schon mit einer kurzen Zeit der Stille überfordert oder fühlen sich damit unwohl. Vielleicht kommen unangenehme Gedanken oder Erinnerungen hoch oder etwas, was wir schon lange einmal bearbeiten wollten, aber immer auf die lange Bank geschoben haben.

Da wir alle nicht wissen, wie lange diese einschränkenden Bedingungen im Außen noch gelten werden, wäre es empfehlenswert, diese Zeit zu nutzen, um innerlich „aufzuräumen“. 

Auch wenn du vielleicht denkst „ich hasse diese Innenschau“, kommst du wahrscheinlich immer weniger drum herum. So viele Dinge in unserem Leben werden inzwischen „immer ungemütlicher“. Seien es die finanzielle Situation, Jobverlust oder Kurzarbeit, das Zusammenleben mit den eigenen Kindern (Homeschooling), gesundheitliche Themen, wie Arzttermine oder Operationen, die immer wieder verschoben werden, Urlaub, der ansteht, und niemand weiß, wann man unter welchen Bedingungen wieder wohin reisen kann… Oder das Einkaufen und Busfahren mit Maske. All dies zehrt an uns und erfordert Stärke und Gelassenheit. Hier hilft mehr Resilienz.

Mehr Resilienz – aber wie?

Widerstandsfähiger, also resilienter, wirst Du, wenn du es schaffst, die Herausforderungen des Lebens anzunehmen und zu bewältigen, egal ob es kleine oder große Katastrophen sind. Wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen, dass sich in unserem Gehirn neu „verdrahten“ lässt, was bisher fest und unveränderlich schien. 

Neue Verbindungen in Deinem Gehirn herstellen (Neuroplastizität), wie geht das? 

Unser Gehirn
– wiegt ca. 1.400 Gramm und
– wir besitzen etwa 100 Milliarden Neuronen (wie Ein- und Ausschalter).
– jeder dieser Schalter ist mit ca. 5.000 anderen Neuronen verbunden
– zusammen ein Netzwerk von 100 bis 500 Billionen Verbindungen! Erstaunlich, oder?

Jeder dieser „Schalter“ ist fünf bis fünfzig Mal in der Sekunde tätig und die Verbindungen zwischen den Neuronen bezeichnen wir als Synapsen. Unser Gehirn ist in der Regel sehr geschäftig und aktiv und seine wichtigste Aufgabe ist es, Informationen weiterzuleiten, zu speichern und zu nutzen. Diese Prozesse bezeichnen Neurowissenschaftler auch als Geist.

Unser Nervensystem repräsentiert also Informationen, von denen wir nur die Spitze des Eisbergs überhaupt bewusst wahrnehmen, z.B. durch unsere Sinne Sehen, Hören, Schmecken, Riechen und Fühlen. Und natürlich in Form unserer Gedanken, Gefühle, Hoffnungen, Wünsche, Sorgen und Träume. Neurowisssenschaftler versuchen immer noch zu klären, wie im Körper „Geist“ entstehen kann.

Unsere mentale Aktivität löst gleichzeitig neuronale Aktivität aus und beide beeinflussen sich. Und bestimmte Muster der Neuronenaktivität hinterlassen Muster in der neuronalen Struktur.

Wie wir durch unseren Geist unser Gehirn verändern und mehr Resilienz erreichen

Wenn wir weniger negative und stattdessen mehr positive Emotionen erfahren, beeinflussen wir so unseren linken präfrontalen Cortex (unser „Problemlöser, Organisator“), der dadurch stärker aktiviert wird und somit unser Gehirn zum Besseren verändert.

Wenn wir hingegen dauerhaftem Stress ausgesetzt sind und über längere Zeit eine hohe Anzahl von Stresshormonen ausschütten, schaden wir unserem Hippocampus. Dieser verbindet u.a. unser Kurz- und Langzeitgedächtnis und ist stark an unseren Emotionen beteiligt. Wenn wir ihn „stressen“, begünstigen wir psychische Störungen z.B. Depressionen.

Ein Beispiel: Wenn wir über etwas nachdenken, was uns in Stress versetzt, werden mehr Stersshormone ausgeschüttet. Wenn wir über etwas nachdenken, das wir lieben, vielleicht einen uns nahestehenden Menschen oder unser Haustier, dann fühlen wir uns gut und „Glücks“ Hormone werden ausgeschüttet. Wenn wir dieses zu unserer neuen Gewohnheit machen und so diesen Bereich unseres Gehirns immer wieder aktivieren, verstärken wir diesen Bereich und beeinflussen so positiv unser Gehirn ähnlich wie beim Muskelaufbau durch Sport. 

Bei Menschen, die regelmäßig Entspannung üben (z.B. durch Meditieren), „verdicken“ ihre (neuen) Verbindungen und sie sind somit resilienter, da in ihrem Gehirn der Hippocampus „beruhigt“ wird.

Wie wir durch unseren Geist unser Gehirn verändern

Es gibt den Spruch „Der Geist erschafft die Materie“. Dies ist auch bezogen auf unser Gehirn der Fall. Je mehr wir unsere Aufmerksamkeit auf Positives lenken, umso mehr stärken wir unsere neuronalen Netze im Gehirn und entwickeln immer mehr Resilienz.

Je öfter wir uns entscheiden, unsere Aufmerksamkeit auf schöne Erfahrungen wie z.B. Glück, Güte, Mitgefühl, Selbstvertrauen, Willenskraft, Achtsamkeit und Konzentrationsfähigkeit zu legen, umso eher und leichter verstärken wir diesen Bereich in unserem Gehirn.

Überlisten wir also unser Gehirn darin, die aus der Evolution angeeignete Gewohnheit, mehr aus negativen Erfahrungen zu Überlebenszwecken zu lernen und fokussieren uns bewusst auf die guten Erfahrungen

Wie geht das?

Wenn du (noch) nicht so geübt darin bist, deinen Fokus auf die positiven Erfahrungen zu legen, dann fang jetzt an. 

Hier ein paar Fragen als Anregung für dich für neue Gewohnheiten: 

  • Was lief heute gut?
  • Wofür bin ich dankbar?
  • Worauf freue mich mich morgen?
  • Was würde den Tag morgen gut machen?
  • Worauf kann ich stolz sein?

Dies sind nur einige Fragen. Bestimmt fallen dir noch weitere ein.
Wichtig ist, dass dein Fokus auf Positivem liegt.
Auch das Internet ist voll von guten Anregungen, Kanälen,  Videos, Podcasts… Stöbere einfach mal…

Und falls du (noch) mehr wissen möchtest, kannst du z.B.:  

Sei dir immer bewusst: Es ist alles da❣️

Alles Liebe,
Deine Petra🧡

„You are slowly growing, but you are growing and that is enough. “

-Dhiman

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